Ostschweiz

Stadtpark St. Gallen

Stadtpark St. Gallen
St. Gallen/ SG

Three Greens in the City

Herausragend oder spektakulär sind die St. Galler Pärke nicht, doch als Ensemble mitten in der Stadt schaffen sie einen beachtlichen Freizeit- und Erholungswert. Direkt vor der Tonhalle, einem schönen Jugendstilgebäude der vorletzten Jahrhundertwende, liegt der kleine Park „Unterer Brühl“, der erst 2007 wirklich gestaltet wurde. Mit seinen Bänken, einer Skulptur und dem Terrassen-Restaurant „Concerto“ kann diese Anlage, wenn man vom Stadtzentrum kommt, wie ein Entrée zum Stadtpark angesehen werden. Dieser wiederum wird eingerahmt vom Kunstmuseum, Theater, Musikschule, Historischem Museum und Völkerkundemuseum. Und der Gaukler-Brunnen, inmitten des mit Wechselflorrabatte bepflanzten Rondells ist immer wieder ein Hingucker, der einem bisweilen helfen mag, auch sich selbst leichter zu nehmen.

 

Vom Privatgarten zum Volkspark

Ursprünglich war der heutige Stadtpark ein privater Landschaftspark, der zum Haus Rorschacher Strasse 25, der heutigen Musikschule, gehörte. Das Anwesen war im Besitz der Fabrikantenfamilie Scherrer, deren Sohn Arthur sich später im Tessin mit dem Parco Scherrer einen Namen machte. Den St. Galler Park konnte die Stadt 1872 erwerben und ihn damit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. In der Folge hat die Anlage so viele Umgestaltungen erfahren, dass der ursprüngliche Charakter als Landschaftspark verloren ging.  

Zunächst wurde 1877 in strengen Grundformen der Botanische Garten angelegt. 1880 erfuhr der Stadtpark mit dem Museumsbau eine weitere Veränderung. 1892 baute die Volièren-Gesellschaft das achteckige Gehege südlich des Botanischen Gartens. 1968 liess die Stadt hier das neue Theater errichten. Schliesslich wurde südlich des Museums noch eine Findlingssammlung platziert, in der die Exponate auf Betonsockeln, gewissermassen auf Augenhöhe, präsentiert werden. So ist aus dem ehemaligen Privatgarten im Laufe der Zeit etwas völlig anderes, nämlich ein Volkspark entstanden.

Das Ensemble

Den Mittelpunkt bildet nun ein Rosenrondell, das vom Landschaftsarchitekten Dieter Kienast entworfen wurde. Leicht nach aussen geneigte Betonsäulen tragen eine Holz-Metall-Konstruktion. Die daran emporrankenden Kletterrosen verleihen der Rotunde einen Hauch Romantik. Umrandet wird das Ganze durch Stauden- und Rosenbeete sowie niedrige Buchshecken. Die Innenfläche des Rondells wurde mittlerweile zu einem beliebten Ort für allerlei Geselligkeiten. So lädt etwa an warmen Sommerabenden die St. Galler Tango-Szene hier zum Tanz und bietet damit zudem den Passanten kurzweilige Unterhaltung.  

Die grosszügigen Rasenflächen des Parks sowie schöne alte Bäume und die geschwungene Ulmenallee bieten mitten in der Stadt einen grünen Erholungsraum von immerhin 34’000 m². Die umgebenden Kulturgebäude vermitteln zudem ein Flair, welches die ganze Anlage zu einem entspannten Ambiente und sehr geeignet macht für den kleinen Break über Mittag oder am Feierabend. Ausserdem lässt sich vom Stadtpark aus, nur wenigen Meter weiter über die Rorschacher Strasse hinweg, ein weiterer Park erreichen.

Dieser schlichte Kantipark (Park der Kantonsschule) nimmt eine dreieckige Fläche zwischen Kantiweg, Burggraben und Rorschacher Strasse ein und wird von weithin alten Bäumen geprägt. Insgesamt stehen auf der Grünfläche rund 80 Bäume, darunter Eichen, Ahorne, Kastanien und Linden. 2014 mussten zwei imposante Hängerotbuchen (130jährig!) gefällt werden, die jedoch durch Nachpflanzungen ersetzt wurden. Und mittendrin befinden sich zwei Springbrunnen und ein patriotisches Soldatendenkmal, welches an die „Gestorbenen St. Gallischen Wehrmänner“ von 1914-1919 sowie deren Kameraden des Aktivdienstes 1939-1945 erinnert.

Das angrenzende Gymnasium und die Zentrumsnähe bringen es mit sich, dass sich in diesem Park viele Jugendliche aufhalten. Ende der 80er Jahre hatte sich hier eine Drogenszene etabliert und auch heute gibt es hin und wieder polizeiliche Wegweisungen. Allerdings trifft man sich im Sommer im Kantipark auch zum Open Air Kino. Und so bieten die drei zusammenhängenden Pärke den St. Gallern wie den Gästen im Innenstadtbereich ein belebendes Ensemble von Natur, Kultur und Bildung.

Adresse

9000 St. Gallen / SG, Museumsstrasse
Öffnungszeiten: frei zugänglich / Eintritt frei