Zürich

Oerlikon

Oerlikon
Zürich/ ZH

Riesenpergola & 1000 Kletterpflanzen

Soll das ein Park sein? Ja, und was für einer! Dieser Park bricht mit allen Konventionen, selbst auf Bäume und Rasen wird verzichtet. Obwohl schon 2002 angelegt, verblüfft er noch immer und wirkt wohl für jeden, der ihn zum ersten Mal betritt, ein wenig bizarr. Doch er passt gut in den erweiterten Kontext von urban gardening, begrünten Hochhäusern und anderen gärtnerischen Experimenten. Und so vermittelt er ein durchaus zeitgemässes Parkfeeling. 

Soll das ein Park sein? Ja, und was für einer! Dieser Park bricht mit allen Konventionen, selbst auf Bäume und Rasen wird verzichtet. Obwohl schon 2002 angelegt, verblüfft er noch immer und wirkt wohl für jeden, der ihn zum ersten Mal betritt, ein wenig bizarr. Doch er passt gut in den erweiterten Kontext von urban gardening, begrünten Hochhäusern und anderen gärtnerischen Experimenten. Und so vermittelt er ein durchaus zeitgemässes Parkfeeling.

Ein erster Blick muss wohl zunächst dieses klar strukturierte und eher kühle Gebilde durchbuchstabieren und staunen, dass sich hier auch Vögel einnisten und ihre Lieder singen. Der zweite Blick nimmt dann wahr, dass sich an diesem Ort sehr dynamisch nachdenken lässt, man hier anders chillen, tanzen und feiern kann. All das geschieht und macht den Park vor allem bei jungen Menschen zu einem gefragten Ort. Nicht von ungefähr wurde der Park mehrfach ausgezeichnet.

Futuristische Gestaltung

Nach der ersten Verwunderung taxiert der Betrachter: Hier gibt es einen Grund aus Sand, Holzbänke, ein riesiges begehbares Stahlgerüst mit mehreren Aussichtsplattformen auf drei Etagen. Im Parterre befindet sich ein kleiner Teich mit Wasserpflanzen in einer gewollt rostigbraunen Metalleinfassung. Das Ganze wirkt wie eine überdimensionierte Pergola inmitten von Industriebauten: 100 Meter Länge, 35 Meter Breite und 17 Meter Höhe. Der merkwürdige Name „MFO Park“ leitet sich ab von „Maschinenfabrik Oerlikon“, der einst erfolgreichen Industrie an diesem Ort.

Die doppelwandige Konstruktion wird in traditioneller Manier von Pflanzen eingehüllt. Über 1’000 Kletterpflanzen ranken sich empor: Clematis, Rosen, Glyzinien, Rostrote Weinrebe, Schlingknöterich und Scheinrebe. Der hintere Teil des grossen Hallenraumes wird durch vier bewachsene Drahtkelche unterbrochen. Hinzu kommt das mit Iris bepflanzte Wasserbecken sowie Treppenläufe, Wandelgänge und Galerien auf mehreren Etagen. Und auf dem Sonnendeck, der einen weiten Blick über Zürich-Nord bietet, stehen Bänke und Liegemöbel. Wie gemacht, um ein Buch zu lesen oder eine Flasche Wein zu entkorken.

Der Park entstand 2002 im Rahmen des Projektes „Gebietsentwicklung Zentrum Zürich-Nord“ und ergänzt mit seiner futuristischen Gestaltung die ohnehin reiche Oerliker Parklandschaft, die sich aus dem Oerlikerpark, dem Louis-Häftliger-Park, dem Wahlen-Park und dem Gustav-Ammann-Park zusammensetzt. Zum ursprünglichen Konzept gehörte allerdings mehr, nämlich ein der offenen Hallenseite vorgelagerter Platz mit berankten Stelen. Dafür sollte das dort stehende viergeschossige Backsteingebäude abgerissen werden. Da dieses vorderhand weiter genutzt wird, musste dieser Teil der Parkgestaltung aufgeschoben werden.

Opernloge?

Doch schon der jetzige Park hat eine durchaus sinnliche Seite. Er durchläuft nämlich ausdrucksstark die jahreszeitlichen Phasen: Im Winter dominiert die Konstruktion des Traggerüsts mit den Rankhilfen, im Frühjahr wird die Anlage mit frischem Grün sowie einer Fülle an Glyzinien umhüllt. Dem Blütenreigen im Sommer folgt das leuchtende Rot des Wilden Weins im Herbst.

Das Innere der grünen Halle wird zudem für Kulturveranstaltungen wie Open-Air-Kino, Theater und Konzerte genutzt. Und wenn man denn will, lassen sich Anleihen am barocken Parktheater mit ihren Heckenkulissen erkennen. Wie damals sind in den Zwischenräumen kleine, stille „Gartenzimmer“ mit Ausblick in die Halle entstanden, eine Art Opernloge zum Schauen, Lesen oder Träumen.

Adresse

8050 Zürich/ ZH
James-Joyce-Strasse
Öffnungszeiten: frei zugänglich / Eintritt frei